| Tina D.
Man kann ein Mädchen relativ leicht vergewaltigen,
wenn man seine Unerfahrenheit skrupellos ausnutzt, zu
zweit ist und es in eine Wohnung lockt. Es waren Schulkameraden,
die genau dies einem damals
15-jährigen Mädchen in einer Stadt in Süddeutschland
antaten. Unendlich viel schwerer ist es für das
Opfer, danach nachzuweisen, daß alles gegen den
eigenen Willen geschah. Tina versuchte es dennoch, zeigte
die Täter an, aber das Verfahren wurde eingestellt.
Diese Erfahrung war schrecklich für das in Litauen
geborene Mädchen, bestätigten sich für
sie bereits erlebte Gewalterfahrungen im persönlichen
Umfeld sowie der Eindruck staatlicher Willkür.
Deutschland ist offensichtlich ein Land, in dem der
Opferschutz noch nicht den notwendigen Stellenwert hat.
Tina lebt bei ihrer Mutter und beide von Arbeitslosenhilfe.
So hatten sie nicht das Geld, zumindest symbolisch die
Kleidung, die sie zur Tatzeit trug, zu vernichten, neue
Kleidung zu kaufen und damit innerlich das Geschehene
abzuschließen.
Stiftung Kinderwürde hat dafür gesorgt, daß
genau dies jetzt geschehen konnte.
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